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AgroBatik – Prävention gegen Gewalt

1. Juni 2010

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Die Grundidee des Präventionsmoduls „Agrobatic“ ist, Jugendlichen anhand von Erlebnisberichten von Personen, die mit Gewalt und Kriminalität zu tun haben oder hatten wie z.B. Polizisten oder ehemalige Kriminelle (sogenannte Multiplikatoren), mögliche Konsequenzen aus ihrem bisherigen Handeln aufzuzeigen.„AgroBatic“ ist ein erlebnisorientiertes Motivationsmodul für die Arbeit mit gewaltbreiten und vorbestraften Jugendlichen. Vom 15.-17. Juni führte die Höhere Fachschule für Sozialpädagogik des icp (Instituts für christliche Psychologie, Therapie und Pädagogik) zusammen mit Kunstdünger – die Agentur für Kulturdesign – eine Schulung für Personen aus der stationären und ambulanten Jugendarbeit durch. Die Teilnehmer des Seminars erhielten das notwendige Know-How, um das Modul in der Praxis anwenden zu können.


Die Berichte der Multiplikatoren werden von den Jugendlichen mit Hilfe der pädagogischen Fachkräfte in Theaterszenen umgesetzt. Einen Tag später spielen die Jugendliche den Multiplikatoren die erarbeiteten Szenen vor. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die jungen Protagonisten überwiegend von den „wahren Kriminalgeschichten“ fasziniert.Das spiegelt sich unter anderen auch in ihren heroischen Darstellungsversuchen wieder, die mit der Realität kaum etwas gemeinsam haben.

Die Multiplikatoren melden die verschrobenen Vorstellungen der Jugendlichen unverblümt zurück. „Manchmal steht sogar einer der Multiplikatoren auf und zeigt szenisch was es heisst `jemand wirklich die Fresse zu polieren`“, sagt Jean-Francois Drozak, der dieses Modul entwickelt hat. „In diesen Momenten wünsche ich mir, mich mit ihnen niemals anlegen zu müssen. Kriminalität ist brutal, unschön und zerstörerisch. Sie zieht unangenehme Konsequenzen für alle Beteiligten nach sich.“ Den Jugendlichen werden Lebenswege aufgezeigt, die ihrem Lebensweg oft sehr ähnlich sind. So haben die Jugendlichen die Möglichkeit zu erkennen, dass sie selbst nicht weit von einer „Knastkarriere“ weg sind. Auch die zum Teil idealisiert-romantischen Vorstellungen über Gewalt und die Institution Gefängnis werden zurechtgerückt.

Das Modul kann in sozialen Einrichtungen angewandt werden, die es zunehmend mit gewaltbereiten und vorbestraften Jugendlichen zu tun haben.„AgroBatic ist kein Zaubermittel“, meint Jean-Francois Drozak. „Das Modul unterstützt Jugendliche darin, ihr Verhalten gegebenenfalls zu verifizieren. Es ersetzt notwendige Beratungsangebote und pädagogische Begleitung nicht. AgroBatic verstärkt allerdings die Wirkung kontinuierlicher und konsequenter Betreuung.

Weitere Informationen zur Höheren Fachschule für Sozialpädagogik:
www.icptp.ch

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