- acht.acht.& Pressespiegel+ RechtsextremismusKunstdünger
acht.acht. in Stralsund

20. Dezember 2010

stralsund

Stralsund (OZ) – Für reichlich Diskussionsstoff an den beruflichen Schulen in Stralsund sorgt auch nach der zurückliegenden Aktionswoche gegen Rechts das abschließende Theaterstück „88“. Die Zahl steht verharmlosend für den 8. Buchstaben im Alphabet und symbolisiert einen alten, verbotenen Nazigruß.Zum Programm der Projekttage — unterstützt von der Aktion Mensch und dem Regionalzentrum für demokratische Kultur — gehörten auch ein Theaterworkshop und ein Seminar, in dem über Ziele und Vorgehensweisen rechter Ideologen und Organisationen aufgeklärt wurde. Abschließend nahm sich eine brisante Inszenierung die geschickten Verführungsmethoden rechter Rattenfänger zum Thema.



Zwei Jungs, deren Freizeit geprägt ist von Langeweile und reißerischen PC-Spielen, geraten durch Freibier, Rockmusik und Sport in den Dunstkreis von Neonazis. Während der eine rechtzeitig die heimtückische Taktik durchschaut, gerät der andere immer tiefer in die Verstrickungen von Deutschtümelei, Rassenhass und Gewalt. Mit emotionaler Wucht und beeindruckenden Szenen gelang es den schauspielernden Berufsschülern aus dem Fachbereich Sozialwesen, das schwierige Thema dem Publikum zu vermitteln. Projektleiter Jürgen Wittstock registrierte bei zwei Vorstellungen in der randvollen Turnhalle „eine große Betroffenheit“ unter den Berufsschülern, „die sicher viele zum Nachdenken anregt“.Dass diese Problematik auch weiterhin im Unterricht behandelt wird, hoffen auch die engagierten Darsteller, aus deren Reihen die Idee für die Aktionswoche kam. Mit Regisseur Jean-Francois Drozak, der zuvor schon mit einem Kinderstück in Stralsund Aufklärungsarbeit gegen Rassismus leistete, wurde die Aufführung zu einem eindringlichen Appell an die „eigene Intelligenz, die psychologischen Mechanismen der Rechten zu durchschauen“. In der Einführung machte er deutlich, dass etwa Fußballbegeisterung oder Stolz auf Deutschland nicht zwingend in Intoleranz und blinder Gewalt enden müssen.

Da gibt es ganz klare Grenzen!“
BERND HINKELDEY – Ostseezeitung vom 9.6.2010

Dieser Beitrag wurde unter - acht.acht., & Pressespiegel, + Rechtsextremismus, Kunstdünger veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.