- acht.acht.& ausgezeichnet& Pressespiegel+ RechtsextremismusKunstdünger
acht.acht. erhält Preis für soziales Engagement der Stadt Fürstenwalde

15. April 2011

furstenwalde.thumbnail

Bis an die emotionalen Grenzen
Schüler der Juri-Gagarin-Oberschule erhielten gestern Abend den Preis für soziales Engagement
Von Hubertus Rößler
Fürstenwalde (MOZ)

Gestern Abend wurde im Fürstenwalder Hof im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung der Preis für soziales Engagement an acht Schüler der Juri-Gagarin-Oberschule verliehen. Die Jugendlichen hatten im Herbst das Theaterstück „Acht. Acht.“ Einstudiert, das sich mit Rechtsradikalismus auseinandersetzt.

Gehört hat eigentlich schon jeder davon, erlebt habe sie es persönlich noch nicht. Dass auch in Fürstenwalde Rechtsradikale versuchen, junge Menschen für sich zu gewinnen, sei kein Geheimnis, sagt Marlen-Christin Thomas. Sie ist Schülerin an der Juri-Gagarin-Oberschule und nahm im Herbst vergangenen Jahres gemeinsam mit sieben Mitschülern an einem Theaterprojekt m Rahmen des Friedensfestes der Kulturen teil.


„Zunächst haben wir uns intensiv mit dem Thema rechte Gewalt und Fremdenfeindlichkeit beschäftigt“, berichtet sie. Unter Leitung des Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak sollten die Neunt- und Zehntklässler Gedanken zu dem Thema zusammen tragen. „Es wurde intensiv diskutiert. Aber wir waren uns alle einig, dass keiner in die rechte Szene abrutschen möchte.“, erzählt Marlen-Christin. Anschließend begannen die Proben zu „Acht. Acht.“, wobei zunächst die Rollen reihum durchgespielt wurden. „Nach anfänglicher Unsicherheit und mancher Albernheit wurde uns die Tragweite der Thematik schnell bewusst“, berichtet die 16-Jährige. Sie spielte die Freundin eines Jungen, der von vermeintlich seriösen Gestalten für das rechte Milieu abgeworben wird. Auch für sie sei es schwierig gewesen, beispielweise den Hitlergruß zu machen. Im Laufe der Arbeit seien einige der Jugendlichen an ihre emotionalen Grenzen gegangen, berichtet Marion Domke, Sozialarbeiterin an der Schule im Fürstenwalder Norden. „Da flossen vereinzelt Tränen. Es war für alle Beteiligten ein hartes Stück Arbeit.“, sagt sie.

Innerhalb von vier Tagen probten die Schüler das Stück „Acht. Acht.“ Ein und führten es in der Kulturfabrik sowie in der Turnhalle der Schule auf. „Es gab ein durchweg positives Feedback. Besonders unsere Mitschüler würdigten unsere Leistung.“, sagt Marlen-Christin. „Viele hätten uns das wohl nicht zugetraut. Zudem sind einige vielleicht nachdenklich geworden und passen zukünftig noch mehr auf, nicht ins rechtsextreme Milieu abzudriften.“

Dass ihr Engagement nun durch die Stadt Fürstenwalde mit dem „Preis für soziales Engagement, gegen Gewalt, für Toleranz, für Demokratie und Freiheit und für bürgerliches Engagement geehrt wird, freut die Schüler natürlich. „Wir sind stolz auf unsere Arbeit, und ich kann jedem empfehlen, selbst einmal an einem solchen Projekt teilzunehmen“, sagt Marlen-Christin Thomas.

Zudem würde sie ihr Engagement auch im Alltagsgeschehen begleiten. „Wenn beispielsweise jemand etwas gegen Ausländer sagt, dann spreche ich ihn darauf an und frage, was das soll“, berichtet sie. Gerade diesen Rassismus im Alltag solle man mit Courage entgegentreten. „Jeder kann etwas tun!“, sagt sie. Was die Schüler mit dem Preisgeld machen werden, wissen sie noch nicht. „Vielleicht machen wir einen gemeinsamen Ausflug.“

Dieser Beitrag wurde unter - acht.acht., & ausgezeichnet, & Pressespiegel, + Rechtsextremismus, Kunstdünger veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.