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25. Februar 2014

fassade

Gespendete Organe werden in Brasilien nach strengen Regeln vergeben.

Daniel (34) lebt in Salvador de Bahia. Vor drei Monaten erklärte ihm  sein Arzt, er hätte nur noch eine Woche zu leben. Daniel hatte bis zu diesem Zeitpunkt drei Jahre auf eine neue Leber gewartet. „Es war eine unbeschreibliche Situation. Umso näher mein Todestag rückte, desto  größer war auch die Chance eine neue Leber zu bekommen.  Eine Woche lang war ich auf dem ersten Platz der Warteliste. Ein Tag vor dem von meinem Arzt angekündigten Tod, kam die erlösende Nachricht. Ich durfte fliegen.“

In Passo Fundo befindet sich das bundesweit zuständige Lebertransplantationszentrum. Daniel wurde dort erfolgreich operiert.  Er verbrachte nach der OP einige Wochen auf der Intensivstation der Universitätsklinik. Danach wurde er für die nächsten 6 Monate in einem nahegelegenen Rehabilitationszentrum verlegt. Hier hofft er nun darauf, dass sein Körper die neue Leber nicht abstößt.
Gespendete Organe werden in Brasilien nach strengen Regeln vergeben. Das Verfahren ist  in staatlicher Hand. Die direkt mit der Lebertransplantation verbundenen Kosten übernimmt der Staat. Damit unterbindet Brasilien die Benachteiligung armer Patienten.

Mit seiner Diagnose war keine Versicherung mehr bereit ihn zu versichern, und bis dahin hatte er keine. Für die Reha-Kosten muss Daniel aber selbst aufkommen. Sie gellten als indirekte Kosten und werden vom Staat nicht übernommen. Seine Familie hat bereits vor 3 Jahren begonnen darauf zu sparen. Doch für die letzten drei Monate in der Reha reicht das Geld nicht mehr aus.

Das Rehabilitationszentrum in Passo Fundo wird von der katholischen Kirche getragen. Noch vor Beginn der Reha-Maßnahme hat sich die Leitung mit der Stadtverwaltung von Salvador de Bahia in Verbindung gesetzt. Zwar hat diese die Kostenübernahme für den Aufenthalt der restlichen drei Monate zugesichert, doch bisher kein Geld überwiesen.

„Die Verwaltung in Salvador ist auf Wartehaltung. Ich bezahle die ersten drei Monate erst dann, wenn man mir auch den Aufenthalt der weiteren drei Monate zusichert. Das Reha-Zentrum droht  mich zu entlassen. Die Klinik droht in diesem Fall keinen Patienten mehr hinzuschicken. Aber zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich, dass es um mich geht. Ich habe mein ganzes Leben lang für andere Menschen geschuftet, jetzt bin ich an der Reihe “, lacht Daniel kämpferisch.

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