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Wie europäisch ist die Jugend heute? NZ

25. September 2017

18010588_1321937337841408_2339004275754466946_nViel Raum für Fragen und Austausch bat die NZ-Kiezredaktion im Frühjahr  Diesmal diskutierten  die NZ-Redakteure mit Lesern und Interessierten über die Frage, ob sich die junge Generation europäisch fühlt und wie sie zur EU steht. Mit dabei waren junge Ehrenamtliche vom Bezirksjugendwerk der AWO Ober- und Mittelfranken sein, die Jugendliche auf ihren Sprachreisen nach Großbritannien begleiten.

Die NZ sprach im Vorfeld der Veranstaltung mit Dominique Ascherl, die beim Bezirksjugendwerk den Fachbereich Sprachreisen leitet.

NZ: Frau Ascherl, nimmt das Interesse an Sprachreisen bei jungen Menschen eher zu oder ab?

Dominique Ascherl: Auch wenn es jedes Jahr Schwankungen gibt, geht die Tendenz doch klar nach oben.

NZ: Wie erklären Sie sich das?

Ascherl: Wir beobachten unterschiedliche Motivationen. Eine ist ganz klar die Schule und die Hoffnung, dass sich die Noten verbessern. Egal, ob Schule oder Ausbildung: Englischkenntnisse sind wichtig. Zweitens, eine Zeit lang ohne die Eltern unterwegs zu sein. Das ist natürlich sehr spannend für Jugendliche. Eine weitere Motivation: der kulturelle Austausch. Die Jugendlichen wollen wissen: Wie ist es eigentlich in England, wie leben die Menschen dort? Auf die vielfältigen Erwartungen gehen wir natürlich ein. Wir bieten abwechslungsreichen Englischunterricht, ein vielfältiges Freizeitprogramm und die Unterbringung in englischen Gastfamilien.

NZ: Die EU steckt gerade in einer schwierigen Phase. Die Briten haben sich für den Ausstieg aus der EU entschieden. Haben Sie Bedenken, dass sich
etwas dadurch ändert für Ihre Sprachreisen?

Ascherl: Bei einigen Eltern ist eine Verunsicherung zu spüren. Aber wir sind der Meinung, dass der Brexit unsere Sprachreisen, insbesondere in naher
Zukunft, kaum betreffen wird. Wichtig bleibt natürlich weiterhin die Frage, in welchem Verhältnis der Euro zum Pfund stehen wird. Aber die Welt wird
immer globalisierter. Englisch wird die Weltsprache bleiben und wo kann man besser Englisch lernen als in Großbritannien?

NZ: Wie wichtig ist für die jungen Menschen Europa? Fühlen sie sich als Europäer?

Ascherl: Die Jugendlichen machen teilweise einen Unterschied zwischen dem politischen und kulturellen Europa. Es gibt bei einigen von ihnen manchmal eine gewisse Skepsis gegenüber der Europäischen Union, den bürokratischen Strukturen. Aber offene Grenzen sind selbstverständlich für die jungen Menschen von heute, so wie es für sie selbstverständlich ist, dass sie Europäer sind. Unsere Beobachtung bestätigt auch eine Untersuchung. Laut der „Generation what“-Studie des ZDF fühlen sich 81 Prozent der Jugendlichen in Deutschland als Europäer.

Fragen: Ella Schindler
ⓘ NZ-Kiezredaktion: André Fischer, NZ-Chefredakteur und Leiter der Lokalredaktion, sowie seine Kollegin Ella Schindler, ebenfalls in der
Lokalredaktion tätig, kamen ins Gespräch in der „Nordkurve“ (Rothenburger Straße 51a), den Räumlichkeiten des gleichnamigen Kulturfördervereins und Kooperationspartners.

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