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Von Kita bis Altenpflege: Eine Bühne für „Herzwerker“ – AA

21. Juni 2019

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Treffender hätte man es fast nicht ausdrücken können: Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Schwaben, Bernhard Buchhorn, freute sich, dass man sich in der Realschule Bergen nicht nur mit Berufen auseinandersetzt, so wie das zum Wesen der Realschule gehöre, sondern Berufe „in Szene setzt“. Schulleiterin Sigrid Kehlbach hatte zuvor die Gäste, insbesondere den Elternbeirat und den Förderverein, die die Veranstaltung unter anderem kulinarisch unterstützten, begrüßt.

Manuela Hoch, Lehrerin an der Realschule Affing, hatte das Projekt „Herzwerker“ an die Schule geholt und es vor Ort betreut. Bereits im Vorfeld hatten sich circa 50 Schüler gemeldet, die mitmachen wollten. Amrie und Hanns-Karl Zwinscher von der Agentur für Kulturdesign „Kunstdünger“, Nürnberg, übernahmen das Casting. Die Schauspieler wurden schließlich: Alexandros Kanellos, 7a, Elias Lechner, 8b, Lukas Gogesch, 8a, Sebastian Moor, 8c, Sebastian Geiger, 8b, Katharina Lichtenberger, 7b, Carina Müller, 7b, und Annika Bestele, 7c.

„Herzwerker“ – da denkt man gleich an „Handwerker“ und das ist gar nicht falsch. Auf den Fachkräftemangel im sozialen Bereich weist Jean-Francois Drozak mit seiner theaterpädagogischen Arbeit hin. Er steckt hinter der Agentur für Kulturdesign „Kunstdünger“ und hat mit den Schülern eine Woche lang intensiv gearbeitet. Diese haben sich mit „Herzwerkern“ getroffen: Menschen, die im sozialen Bereich tätig sind und damit viel Gutes tun. Um ihre Arbeit, ihre Ausbildung und ihre Karrierechancen zu verdeutlichen, wurde das Projekt „Herzwerker“ ins Leben gerufen und vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales unterstützt.

Jeweils vier Personen, die im sozialen Bereich – angefangen von Altenpflege, der Kindertagesbetreuung, der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe – arbeiten, erzählen den Jugendlichen von ihrer Arbeit. Sie berichten von alltäglichen Erfahrungen. Die Jugendlichen setzen diese Erfahrungen auf der Bühne um. „Playback“ nennt Drozak diese Darstellung und sie ist beeindruckend. Eine ganz andere Art der Berufsinformation: eine kreative und ganzheitliche Umsetzung. Nur einige Blechtonnen sind notwendig, um sich in der Werkstatt einer Behindertenhilfe oder einer Wohngemeinschaft der Jugendfürsorge wiederzufinden. Oder wie reagiert die Kindergärtnerin, als ein Kind seine Brille nicht mehr hat und partout nicht erzählen will, wo sie gelandet ist? Was rät die Pflegeleitung einem Angehörigen mit Burn-out, der den Vater „überpflegt“ hat?

Die Experten, die zum Erfolg dieses Abends beigetragen haben, sind Jennifer Frank (Kindertagesstätte Krambambuli in Affing-Haunswies), Michael Wagner (Jugendhilfe der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg), Alina Sayed (von der Behindertenhilfe der Caritas Augsburg Ulrichswerkstätten) und Julia Felletschin aus dem Bereich Altenpflege (Albertusheim Augsburg). Sie erzählen, wie beeindruckt sie alle waren, wie ihre eigenen Erfahrungen von den Schülern umgesetzt wurden. Alle werden auf die Bühne geholt und dort von Drozak interviewt. Am Ende wird ihnen – sozusagen stellvertretend für die Gesellschaft – für ihre Arbeit im sozialen Bereich gedankt.

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