& Pressespiegel+ Depression und Angehörige- IcebreakerDie Agentur für Kulturdesign
Theaterstück über die Depression im Jugendalter – infranken

1. Juni 2019

infrankenEs ist ein Thema, das auch schon junge Menschen beschäftigt. Denn fast jeder Fünfte unter 18 Jahren hat mit Depressionen zu tun, die AOK spricht von 18,5 Prozent. Für die Gesundheitskasse ist die Aufklärungsarbeit daher besonders wichtig. Sie hat ein Theaterstück namens “Icebreaker” in Auftrag gegeben, das sich mit dem Umgang mit dieser Krankheit auseinandersetzt.

Am heutigen Donnerstag um 19 Uhr wird es in der Aula des Gymnasiums aufgeführt. Der Eintritt ist frei, eingeladen sind alle Interessierten, freilich auch Erwachsene. Am Freitag befassen sich dann die Schüler der achten bis zehnten Klassen damit, sie schauen das Stück und diskutieren darüber.

Auf der Bühne stehen acht Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen. Sie haben den Stoff gemeinsam mit dem freischaffenden Theatermacher Jean-Francois Drozak aufbereitet. Das Stück dauert 45 Minuten und setzt sich mit dem Thema Depression im Jugendalter auseinander. Ziel des Projekts ist es, Schüler an das Thema heranzuführen, stellt Jürgen Drachsler, der AOK-Regionalleiter Erlangen-Höchstadt und Nürnberger Land, fest. Für das Gymnasium ist diese Zusammenarbeit Neuland. Schulleiter Norbert Schell kann sich vorstellen, das in zwei Jahren mit neuen Schülern der genannten Altersstufen zu wiederholen.

Gefahrenkinder

Denn in diese Klassen sitzen die “Gefahrenkinder”, wie Drozak sagt. Manch Schüler hat zum Beispiel schon in der fünften Klasse Probleme. Ab der achten kann das gefährlich werden, die Jugendlichen können in eine Depression fallen.

Für Oberstudiendirektor Schell hat die im Theaterstück spielerische Auseinandersetzung mehrere Vorteile für die Schüler wie auch die Erwachsenen. Denn die Zuschauer werden nicht trocken von Fachleuten informiert, sondern erfahren alles durch die Schüler selbst. Schell: “Das sind die besten Lehrer.”

So erfahren die Betrachter in dem Theaterstück, dass sich psychische Erkrankungen oft schleichend und zunächst unbemerkt entwickeln. In einer Pressemitteilung heißt es: “Sie lernen Verdachtsmomente einer beginnenden oder vorhandenen Depression zu erkennen und diese anzusprechen. Vor allem aber lernen sie, dass Depression eine heilbare Krankheit ist.”

Verständnis wird geweckt

Durch theaterpädagogisches Erleben finden die Zuschauer einen neuen Zugang zu der Erkrankung Depression und zu der Problematik für die beteiligte Familie, besonders die der Geschwister, wird mitgeteilt. Die interaktive und dadurch sehr intensive und persönliche Auseinandersetzung nimmt der Krankheit das Fremde und schafft Verständnis für den Erkrankten und sein direktes Umfeld.

Nur schlecht drauf?

Das geschieht beim Theaterstück “Icebreaker” durch eine Interaktion mit dem Publikum. Es wird gewissermaßen zum Facharztkollektiv. Wichtige Fragen werden beleuchtet: Welche der Figuren auf der Bühne sind an einer ernsthaften Depression erkrankt und welche sind einfach nur “schlecht drauf”? Kann man das überhaupt anhand einer Checkliste unterscheiden?

Das Publikum wird während der Aufführung immer wieder aufgefordert, Stellung zu dem auf der Bühne Dargebotenen zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen.

Für die acht Schauspieler gab es eine Woche unterrichtsfrei. Aber auch danach “werden wir uns mit dem Thema Depression im Jugendalter weiter beschäftigen”, sagt Schulleiter Schell. In dem Projekt setzen sich die Schüler intensiv mit diesem Thema auseinander, berichtet er. Schell hofft, “dass dieses nachhaltig im Bewusstsein der Schüler, Eltern und Lehrkräfte bleibt und so Betroffenen besser und schneller geholfen werden kann”.

Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.

Zum 14. Mal

Theatermacher Jean-Francois Drozak führt das Stück bereits zum 14. Mal in den vergangenen zwei Jahren im Raum Mittelfranken auf. An das Herzogenauracher Gymnasium hat es die Schulpsychologin Marlene Wehinger gebracht, die das Thema zuvor mit einer anderen Schule angegangen war.

Folgende Jugendliche aus den neunten Klassen des Herzogenauracher Gymnasiums führen “Icebreaker” auf: Ivy Mastaler, Maximilian Kolb, Simon Roller, Anna Weber, Tia Bauer, Subin Ko, Paula Dietsch und Eszter Gal.

 

 

Dieser Beitrag wurde unter & Pressespiegel, + Depression und Angehörige, - Icebreaker, Die Agentur für Kulturdesign veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.