& Pressespiegel+ Kinderarmut- Der PleitegeierDie Agentur für Kulturdesign
„Pleitegeier“ kreist mit Erfolg – NN

17. Juli 2019

KopernikusKinder aus Häusern mit durchschnittlichem oder hohem Einkommen wissen, dass es Länder gibt, in denen

andere Kinder hungern. Weniger präsent ist oft, dass es Mitschüler gibt, die sich den Pausensnack verkneifen,

weil das Geld nicht reicht. Das Theaterstück „Pleitegeier“ thematisiert diese Ungleichheit.

Der Pleitegeier ist schon eine Weile unterwegs. Auf die Bühne gebracht haben ihn in den vergangen Jahren unter anderem die Mittelschule am Hummelsteiner Weg mit der Thusneldaschule, die Ludwig-Uhland- mit der Friedrich-Hegel Schule sowie die Geschwister-Scholl-Realschule und das Sonderpädagogische Zentrum Bärenschanze. Von seiner beeindruckenden Erscheinung hat der Pleitegeier in all der Zeit nichts eingebüßt.
Das Stück aus der Feder des engagierten Theaterpädagogen Jean-François Drozak ist ein Dauerbrenner — und dauerhaft aktuell. Jetzt haben es die Schüler der Kopernikusschule und des Pirckheimer-Gymnasiums auf die Bühne gebracht.
In drei Aufführungen sah das Publikum in mehreren beispielhaften Szenen, mit welchen alltäglichen finanziellen Problemen die Hauptfigur Lisa und ihre Familie konfrontiert wird. Dabei wurde deutlich, was es für Kinder bedeutet, arm zu sein: Nicht dazuzugehören, nicht mitmachen zu können, verhöhnt und verachtet zu werden. Vielleicht bekommen sie Mitleid — aber selten Verständnis.
Ein Markenzeichen des „Pleitegeiers“ ist, dass das Publikum mehr ist als nur Zuschauer. Immer wieder gibt es Szenen, in denen eine Entscheidung für die Figuren des Stücks getroffen werden muss. So musste sich Lisa in einer Szene entscheiden, ob sie ihr wöchentliches Essensgeld auf alle Schultage aufteilt oder einmal mit den Klassenkameraden ein Döner-Restaurant besucht.

Hunger statt gegen Ausschluss.

Das Publikum votierte in diesem Fall mehrheitlich für das Ausgeschlossensein aus der Gruppenaktivität. In einer anderen Szene musste gewählt werden, ob Geld für Kleidung oder für Schulsachen ausgegeben werden sollte. Beide Anschaffungen waren notwendig, aber eben nicht zeitgleich möglich.
Das interaktive Stück nahm am Ende eine Wendung und zeigte auf, wie man mit wenigen Mitteln, viel

Kreativität und einer starken Gemeinschaft Lösungen finden kann. Die Hauptfigur Lisa trat nicht nur in einer Opferrolle auf, sondern zeigte sich auch als starkes, intelligentes und ideenreiches Mädchen, dessen Freundschaft auch für wohlhabende Kinder eine große Bereicherung ist.
Die vom Stück angebotene Lösung lautet: „Geld ist nicht alles. Haltet zusammen und lasst euch selbst etwas einfallen!“ So gingen die von der Leistung der Darsteller und Darstellerinnen begeisterten Zuschauer sowohl gut unterhalten als auch nachdenklich ihrer Wege. Es gibt nicht nur eine Armut bezüglich Geld, sondern auch eine Armut an Zuwendung, Zeit, Kreativität oder des sozialen Miteinanders.

Dieser Beitrag wurde unter & Pressespiegel, + Kinderarmut, - Der Pleitegeier, Die Agentur für Kulturdesign veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.