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Filmriss – Münchner Merkur

1. August 2014

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Poing – Heidi Klum sucht im Fernsehen mal wieder “Germany’s next Topmodel”, das Jugendzentrum Poing veranstaltet ebenfalls ein Casting – aber ein ernsthaftes. Es werden Schüler gesucht, die beim Theaterprojekt zum Thema “Komasaufen” mitmachen.

In sechs Szenen wird auf der Bühne ein feucht-fröhlicher Abend durchgespielt. Nach jeder Szene wird das Stück kurz eingefroren, der Regisseur und Theaterpädagoge Jean Francois Drozak fragt die Zuschauer dann: “Was würdet ihr jetzt tun?” Wer die rote Karte hebt, bedeutet: “Ich höre auf”, die gelbe Karte signalisiert: “Ich würde weitermachen”.

Wie weit können, wie weit dürfen Jugendliche im Umgang mit Alkohol gehen? Dies soll beim Theaterprojekt namens TUBE des Poinger Jugendzentrums herausgearbeitet werden. Mit Jean Francois Drozak haben die beiden pädagogischen Mitarbeiter des JuZ, Judith Gitay und Lars Hoffmann, jenen Profi ins Boot geholt, der schon bei der Premiere im vergangenen Jahr dabei war. Damals ging es um Rechtsradikalismus, jetzt ums Komasaufen.

“Durch das Theaterstück erleben die Jugendlichen eine Selbsterfahrung und werden sensibilisiert”, sagen Gitay und Hoffmann. Das Projekt sei 2012 ein voller Erfolg gewesen, weshalb das JuZ heuer eine Fortsetzung wagt.

In Kooperation mit der Grund- und Mittelschule Gruber Straße, der Seerosenschule und der Realschule sucht Regisseur Drozak zunächst acht Schüler aus den 7. bis 9. Klassen, die als Schauspieler geeignet sind. Hierfür wird am Mittwoch, 20. März, ein Casting durchgeführt. Die Schüler werden nicht vorgeführt wie die Models bei Heidi Klum, sondern ernsthaft begutachtet, ob sie für eine der acht Rollen infrage kommen. Ist das Ensemble samt Ersatz-Schauspieler zusammengestellt, wird im Jugendzentrum geprobt. Ende April/Anfang Mai wird das Stück im Saal aufgeführt, etwa 15 Mal, informieren Judith Gitay und Lars Hoffmann. Hierzu eingeladen sind nicht nur die Schüler der genannten Jahrgangsstufen, sondern auch Eltern, Freunde, Verwandte und Bekannte. “Jede der sechs Szenen wird reflektiert und durchgesprochen”, erklären Gitay und Hoffmann das pädagogische Konzept. Am Ende eskaliert die feucht-fröhliche Feier auf der Bühne, und eines der Mädchen droht nicht mehr aufzuwachen.

von Armin Rösl

 

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