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Ein Dankeschön für unbekannte Retter und hilfsbereite Menschen – NZ

17. Februar 2019

elpomDie NZ-Kiezredaktion macht sich morgen auf die Suche nach heimlichen Helden. Die NZ-Redaktion will ab 19 Uhr mit Interessierten über unbekannte Retter und Dankbare ohne Adressat diskutieren.

Bei der Veranstaltung, die in den Räumen des Kulturfördervereins „Nordkurve“ stattfindet, wird die Künstlerin Virginie Pommel alias elpom dabei sein und ihre Kunstausstellung „Wiedergeburtstag“ eröffnen.
Mit Hilfe von Fotos, Keramik und einem Video präsentiert sie eine besondere „Dankeschön“-Geschichte. Die NZ sprach mit ihr über Dankbarkeit und den Mut, sie zu zeigen.
NZ: Frau Pommel, was bedeutet es für Sie, Danke zu sagen?
Virginie Pommel: Mir ist wichtig, Dankeschön auszusprechen. Mein Sohn hatte mit fünf Jahren Blutkrebs. Dank einer Stammzellentransplantation ist er nun, drei Jahre später, gesund. Für mich ist es der richtige Zeitpunkt, um Danke zu sagen, auch wenn der Spender anonym ist. Durch die Kunst kann ich Dinge sichtbar machen, die sonst nicht so sichtbar sind. Das tue ich in meiner Ausstellung.

In Fotos, mit Keramik und einem Video, zeige ich, was eine Stammzellentransplantation ist, wie einfach sie ist und wie sie Menschen retten kann. Die Ausstellung ist auch meine Art, dem Stammzellenspender Danke zu sagen. Das Bedürfnis dazu wurde größer und größer.
NZ: Sie kennen ihren persönlichen Helden nicht, der Ihrem Sohn das Leben gerettet hat. Wir leben aber in einer Zeit, in der jede Menge Menschen sich in sozialen Medien als Helfer inszenieren. Sind wir Menschen egozentrischer als früher?
Pommel: In der heutigen Zeit achten viele tatsächlich sehr auf sich und inszenieren sich und ihre Hilfsbereitschaft in den sozialen Medien. Es gibt aber auch eine andere Art von Menschen: Sie engagieren sich freiwillig und ehrenamtlich. Sie lassen sich als Stammzellenspender registrieren oder schenken den anderen ihre Zeit und lesen kranken Kindern vor. Ich habe selbst viele erlebt, zum Beispiel als ich mit meinem Sohn im Krankenhaus war. Ich glaube nicht, dass diese Menschen weniger geworden sind. Sie sind oft nicht sichtbar, denn Sie erwarten keine Gegenleistung für ihr Tun und meinen, es ist nicht nötig, in die Öffentlichkeit zu gehen.

 

NZ: Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen heutzutage sich auch weniger dankbar zeigen?
Pommel: Ich glaube, viele Menschen trauen sich nicht, Danke zu sagen, weil sie meinen, dafür ist es zu spät. Ich denke, es ist nie zu spät dafür. Die Adventszeit ist ein guter Zeitpunkt, sich zu überlegen: Wer hat mir in diesem Jahr geholfen? Egal, ob die Person bekannt ist oder nicht, es ist wichtig,

sich zu bedanken.

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