Archiv der Kategorie: Kunstdünger

Werte feiern

Kunstdünger
Ernsthaft krank oder doch nur die Pubertät – AT

icebreakerAnsbach (luh). Das pädagogische Theaterstück „Ice Breaker“ von Kulturdesigner und Sozialpädagogen Jean-Francois Drozak, welches speziell für schulen konzipiert wurde behandelt das sensible Thema Depressionen bei Jugendlichen. Der Clou: Das Stück wird von Schülern zusammen mit Drozak in nur vier Tagen einstudiert und bereits am fünften Tag in der Schule aufgeführt.

„Ice Breaker“ ist ein leises Stück, das sich dieser ernsten Thematik vorsichtig und bedächtig nähert. Ohne viel Dialoge bewegen sich die Schüler dezent und fragil auf einer auf das Wesentliche reduzierten Bühne. So erreicht das Stück eine zum Denken anregende, ästhetisch verlangsamte Handlung. Der Ansbacher Dekan, Hans Stiegler, betont, dass man  sich auch der ernsten Themen annehmen müsse, „das Leben sei ja schließlich kein Ponyhof“. Im Mittelpunkt der Inszenierung stehen mit Anna und Robert zwei Jugendliche. Beide sind etwa gleich alt, leben im selben Mehrfamilienhaus und verhalten sich zunächst ähnlich. Was anfangs nach klassischen Anzeichen der Pubertät aussieht, entwickelt sich bei Robert im Verlauf des Stückes zu einer ernstzunehmenden Krankheit. Robert leidet an einer Depression, die eine medizinische Behandlung unbedingt nach sich zieht. Deutlich wird in „Ice-Breaker“ auch, wie eine solche Erkrankung die ganze Familie belastet – von den Eltern bis zu den kleinen Geschwistern.

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SZ-Seite von Schülern – SZ

WertewapperlVom Aufmacher-Artikel bis zum Zwischentitel – für das Projekt „Wertewapperl“ haben neun Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 7D der Dominik-Brunner-Realschule in Poing eine Zeitungsseite gestaltet und dabei (fast) alles selbst gemacht. Drei Tage hatten die jungen Journalisten Zeit,um mit Menschen aus Poing und Umgebung Gespräche zum Thema „Flucht“ zu führen, zu recherchieren und Texte zu schreiben.

Vor den Interviews fühlte sich so mancher wie vor einer Schulaufgabe, aber die Gespräche mit den Protagonisten waren dann auch das, was am meisten Spaß gemacht hat. Am anstrengendsten, sagen die Schüler, sei die Tipparbeit gewesen: Wortwörtlich mussten sie die Interviews abschreiben–kurz vor den Sommerferien und bei den derzeitigen tropischen Temperaturen kann man da schon mal ins Schwitzen kommen.

Das „Wertewapperl“ ist ein zweijähriges Projekt des Landesjugendwerks der Arbeiterwohlfahrt Bayern und der Gemeinde Poing, das sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, „Stammtischparolen mit Niveau“ zu sammeln; teilgenommen haben neben der Realschule Poing auch die Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule, die Seerosenschule und die Grafen-von-Sempt-Mittelschule in Markt Schwaben.

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Integration ist keine Einbahnstraße – SZ


omidPoing
– Mit absurden Situationen kennt Omid Atai sich gut aus. Als er 19 Jahre alt war, wurde er als Fahrer eines Rettungswagens mit einem Patienten von der Polizei angehalten. Die Beamten verlangten Fahrzeugpapiere und Führerschein. Omid Atai hat eine etwas dunklere Hautfarbe als andere Einheimische, vielleicht ein Grund für die Kontrolle. Drogen? Alkohol? Er habe weder getrunken noch nehme er Drogen, das versuchte Atai den Beamten mitzuteilen. Doch diese bestanden trotz Patient im Wagen hinten, auf einen Drogentest. Erst als Atais Kollege herausgestürmt kam und fragte, was so lange dauere, gaben die Polizisten Atai die Papiere zurück und stiegen wieder in ihr Auto.

Heute kann Omid Atai über die Geschichte lachen. Er wurde in Deutschland geboren und ist hier aufgewachsen. „Meine einzige Fluchterfahrung ist eine Uniflucht nach Augsburg“, sagt er im Scherz. Sein Vater hingegen ist vor 30 Jahren wegen der Vorherrschaft der Russen in Afghanistan in den Iran geflohen und von dort aus nach Syrien.

Eigentlich wollte er nach Frankfurt fliegen, weil dort ein Bekannter von ihm wohnte, doch der Flugwar ausgebucht. Jemand am Flughafen riet ihm: „Fliegen Sie nach München, das liegt auch in Deutschland.“ Und dort ist er dann schließlich auch geblieben; ein Teil der Familie kam wenig später nach.

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In der Welt daheim – SZ


VeranenPoing
– Eines ihrer schönsten Erlebnisse auf Reisen hatte Carolina Veranen-Phillips in Ägypten: Dort traf sie auf der Straße einen Mann in weißem Gewand, der sie an den libanesisch-amerikanischen Poeten Khalil Gibran erinnerte. Der Mann im weißen Gewand lud sie in ein Café ein, mit ihm Tee zu trinken. Als sie bezahlen wollte, bestand er darauf, sie einzuladen. Die beiden konnten sich nicht viel unterhalten, da er kaum Englisch sprach; trotzdem verstanden sie sich auf einer anderen Ebene. Für Veranen-Phillips ist dieses Erlebnis der Inbegriff des friedlichen Zusammentreffens verschiedener Kulturen.

Carolina Veranen-Phillips ist Autorin und Mutter. Sie kommt aus einer Multikulti-Familie: Ihr Vater wohnte in Portugal, der Rest ihrer Familie in Finnland. Da sie selbst in Frankreich lebte, musste sie also sehr viel reisen, wenn sie ihre Familie besuchen wollte. Als sie mit Mitte 20 von der Gesellschaft das Gefühl vermittelt bekam, ein solides Leben führen zu müssen, verweigerte sie sich, erfüllte ihren Lebenstraum und reiste um die Welt. Veranen-Phillips besuchte insgesamt 50 Länder, in fünf von ihnen lebte sie. Im Moment wohnt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Poing im Landkreis Ebersberg.

Über ihren Beruf sagt sie: „Ich bin Mama und Autorin.“ In einem ihrer beiden Bücher berichtet sie über ihre Weltreise und die Abenteuer, die sie dort erlebte. Veranen-Phillips ist eine zierliche Frau mit braun-blonden Haaren. Sie lächelt gern und spricht mit französischem Akzent; wenn sie erzählt, wirkt sie sehr offen.

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Ausgrenzung auf dem Pausenhof – SZ

celilSZ: Hast du Vorurteile?

Celil Ellialti: Eigentlich bin ich völlig neutral. Aberwenn ich jemandenmit Vollglatze, Tattoos und Piercings sehe, denke ich schon manchmal schnell, dass da jemand eine politische Haltung zeigen will.

Glaubst du, dass viele Menschen in Deutschland Vorurteile gegenüber Flüchtlingen haben?
Natürlich gibt es auch Leute, die rechts sind und Vorurteile haben, obwohl sie die Menschen gar nicht kennen. Aber ich denke, dass es den meisten Flüchtlingen gut geht, vor allem, wenn ich sehe, dass sie eine Arbeit in Deutschland gefunden haben.


Hast du persönlich Kontakt zu Flüchtlingen?

Als ich in der achten Klasse war, kam ein Junge aus Afrika zu uns. Er schien sich eigentlich recht wohl zu fühlen, bis relativ schnell das Mobbing anfing: Ein Junge und ein Mädchen beleidigten und beschimpften ihn, sagten Sachen wie zum Beispiel „Geh zurück in dein Land“. So grenzten sie ihn aus, und er war viel alleine. Einmal war er sogar den Tränen nah.


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Vermitteln statt Kritteln – SZ

DeborahSZ: Kommt es auch zu witzigen Momenten in Ihrer Arbeit als Sonderpädagogin?

Deborah Müller: Manchmal übe ich mit den Kindern Wörter wie Kaulquappe zu sprechen, das kann schon lustig werden.

Warum haben Sie dieses Fach studiert?

Eigentlich wollte ich nie Lehrerin werden. Aber mit der Zeit wirdmanälter und reifer, und irgendwann bin ich dann auf Sonderpädagogik gestoßen. Das Tolle daran ist: Man muss den Stoff nicht einfach nur durchpauken. Man kann so besser Bezug zu den Kindern aufbauen und versuchen, ihnen kleinschrittig zu helfen.

Sind Ihre Schüler auch an anderen Kulturen interessiert?

Auf jeden Fall: Im Unterricht gehen wir auch immer auf die verschiedenen Kulturen ein. Wir schauen, wer aus welchem Land kommt, und sagen dann „Guten Morgen“ in den verschiedenen Sprachen. Zum Beispiel auf Rumänisch, Arabisch, Italienisch, Kroatisch oder auf Hindi, so lernen wir gegenseitig voneinander. Oder als wir mal die Feste und Feiertage in Deutschland durchgenommen haben, waren die Kinder natürlich auch an dem, was hier passiert, sehr interessiert. Manchmal haben wir auch die Gelegenheit zu fragen: „Wie läuft es denn bei dir Zuhause ab?“

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Auf Freibier folgt der Hitlergruß – FT

Drozak

Mit dem Stück „88“ zeigen Schülerinnen und Schüler der Realschule CO I an krassen Beispielen, wie schnell Jugendliche in den Strudel von rechtsradikaler Ideologie geraten können. Dass sie dazu Mut brauchen, wird im Gespräche deutlich.

Coburg – Ihre Namen sollen nicht öffentlich genannt, ihre Gesichter nicht gezeigt werden – die acht Schülerinnen und Schüler der Realschule CO I und der Theaterpädagoge Jean-Francois Drozak von der Agentur  „Kunstdünger“ aus Nürnberg befürchten Angriffe aus der rechten Szene.

Aus  der Luft gegriffen ist ihre Sorge offenbar nicht. „Das Stück läuft seit einigen Jahren. Auch in Coburg wurde es vor fünf oder sechs Jahren schon einmal gezeigt“ , erzählt Jean-Francois Drozak. Damals habe es in der Vorstellung massive Störversuche gegeben. Im Vorfeld seien Flyer in die Briefkästen geworfen und das Stück als Lüge diffamiert worden. „Ich wurde als Zirkuspädagoge bezeichnet , und man hat die Reifen meines Autos Zerstochen.“

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Eine Bühne für Gleichberechtigung – MF

Wertewapperl

Das Landesjugendwerk Bayern hat in Poing ein einmaliges Projekt zur Integration und Akzeptanz von Flüchtlingen gestartet.
Seit Sommer 2016 begleitet das Landesjugendwerk Bayern, gemeinsam mit der Gemeinde Poing, den Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak und Schulkinder aus Poing, um ein für mehrere Jahre geplantes Integrationsprojekt voranzutreiben. Dabei sollen einheimische Jugendliche und junge Flüchtlinge in interaktiven Workshops und Theateraufführungen Werte von Willkommenskultur entwickeln und gleichzeitig lernen, dass jeder Mensch – unabhängig von seiner Vergangenheit – eine faire Chance verdient hat.

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„Der Pleitegeier“ kreist um das Thema Armut – MS

Pleitegeier_Web_230x130pxArm zu sein, heißt in vielen Fällen nicht dabei sein zu können. Nürnberger Schüler aller Schularten setzen sich in den kommenden

Jahren mit dem Thema Armut (schauspielerisch) auseinander: Aktion Schutzbengel unterstützt das mehrjährige Projekt in Nürnberg

NÜRNBERG (pm/nf) – Wie ist es, wenn ein Kind ausgelacht wird, weil es keine Markenschuhe trägt? Wie ist es, wenn es nicht mit den Klassenkameraden Döner essen kann, weil das Geld nicht reicht? Wie ist es, wenn man sich entscheiden muss, ob

man Schulhefte kauft oder einen warmen Pullover?

Mit diesen Fragen konfrontiert das Theaterstück „Der Pleitegeier“ seine Zuschauer ebenso wie die jungen Schauspieler von Nürnberger Schulen. Die Aufführung des Stücks am Freitagvormittag in der Kulturwerkstatt auf AEG war gleichzeitig der Startschuss für das mehrjährige Projekt. Schauspieler und Regisseur Jean-Francois Drozak möchte gemeinsam mit den Projektpartnern, zu denen auch die Stadt Nürnberg und die Aktion Schutzbengel der Rummelsberger Diakonie gehören, auf die Folgen von Armut aufmerksam machen.
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Integration – Aufkleber – MM

Wertewapperl
Poing – In der Woche ab Montag, 24. Juli, wollen Jugendlichen 10 000 „Wertewapperl“ in Poing verteilen. „Der Aufkleber steht für eine sachliche und faire Diskussionskultur rund um das Thema Flucht, Vertreibung und Asyl. Wer es sich an die Tür oder sein Fahrzeug klebt, bekennt sich zum demokratischen Diskurs“ erklärt Jean Francois Drozak, der im Auftrag des AWO-Landesjugendwerks  Bayern das Projekt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Poing durchführt.

In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich Poinger Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung freiwillig mit der fairen und vor allem demokratischen Diskussion zum Thema Asyl auseinandergesetzt. Unter anderem hat die Gruppe in der Dominik – Brunner – Realschule ein Theaterstück aufgeführt (wir berichteten). Und sie hat jetzt das „Wertewapperl“ geschaffen. Dieses wird von Montag, 24. Juli, bis Freitag, 28. Juli, im Rahmen einer „Jugendkunstwoche“ in Poing präsentiert. „Ziel ist es, die Bürger auf das Wapperl aufmerksam zu machen“, sagt Drozak. Das Projekt ist Teil des Integrationsprogramms, das die Gemeinde Poing auf Beschluss des Gemeinderates aufgestellt hat und umsetzt.

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