Archiv der Kategorie: + Journalismus

Regionalzeitungen müssen umdenken, das Internet ist aber keine Alternative.

+ Journalismus
»Kiezredaktion« – Jugend trifft auf Lokalmedien – RB

EllaDas Medienprojekt führte Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie erwachsene, hauptberufliche Redakteur/innen aus Nürnberger Zeitungsredaktionen zusammen. Im Rahmen kreativer Dialogformate kamen beide Gruppen ins Gespräch. Ziel war es, einen niedrigschwelligen Zugang für junge Menschen mit Migrationshintergrund zur lokalen Presse zu schaffen, sodass diese dort ihre Themen platzieren konnten. Außerdem sollten die jungen Teilnehmer/innen aus erster Hand die Funktionsprinzipien von Lokaljournalismus kennen lernen. Die Journalist/innen wiederum wurden für die Interessen der jungen Menschen sensibilisiert. Sie lernten deren Lebenswelten und die damit zusammenhängenden Themen und Ansprüche an ein Lokalmedium kennen. Eine engagierte Kerngruppe von Jugendlichen übernahm die Vorbereitung und Organisation der insgesamt 30 Veranstaltungstermine.

In den Redaktionen von Zeitungen und lokalen Medien sind Menschen mit Migrationshintergrund in der Regel unterrepräsentiert. Hinzu kommt, dass eine Auseinandersetzung mit Lokalmedien (z.B. die regelmäßige Zeitungslektüre) unter den Jüngeren nicht mehr selbstverständlich ist.  Der Kulturförderverein Nordkurve e.V. hatte sich daher mit dem Projekt »Kiezredaktion« zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit jungen Menschen – mehrheitlich mit Migrationshintergrund – in Nürnberg einen Dialog zwischen Lokalredaktionen und der Kiezöffentlichkeit anzuregen. Die Idee: Jugendliche organisieren 30 Events, bei denen Jugendliche und junge Erwachsene über ihre Anliegen und Themen mit Lokalredakteur/innen sprechen und so einen neuen und ungewöhnlichen Zugang zu den Zeitungsredaktionen kennenlernen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter & ausgezeichnet, & Pressespiegel, + Journalismus, + Wahljahr 2017, Nordkurve - Aktuell | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
Alles für ALLE bis ALLES ALLE ist – 5.10.

NZ Kiezredaktion05.10. Start um 18 Uhr  – Nordkurve – Rothenburgerstrasse 51 a – Eintritt frei

Sozial, Ökologisch, oder beides? 10 Jahre Umsonstladen, und viele glauben, sie hätten kein Recht, Sachen aus dem Umsonstladen zu nehmen, weil sie genug Geld hätten, sich diese Sachen neu zu kaufen. Die Engagierten im Umsonstladen denken da anders! Sie verstehen den Laden als ein Projekt zur Müllvermeidung und Ressourcenschonung. Das funktioniert nur, wenn ALLE daran teilnehmen. Redakteur*innen der NZ wollen mit Interessierten darüber diskutieren, wie Grenzen zwischen wohlhabenden und armutsgefährdeten  Menschen überwunden werden können.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter & Der Barfreitag, + Journalismus, + recykling, Nordkurve - Programm | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
Lokales Wissen anstatt Wikipedia – NZ

18010588_1321937337841408_2339004275754466946_nAusgezeichnet: Die Kiezredaktion, ein Projekt des Nürnberger Theaterpädagoge Jean Drozak in Zusammenarbeit mit der NZ, gehört zu den Preisträgern im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Tolerans“ Die Jury lobte die Kiezredaktion  „für ihr vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement“. Die NZ sprach mit dem „Vater“ des Projekts.

NZ: Jean, kannst du für unsere Leser, die noch nicht da waren, kurz erklären, was es mit der Kiez-Redaktion auf sich hat?

Jean Drozak: Wir machen Veranstaltungen für Jugendliche, junge Erwachsene und weitere Interessierte, die sich schwer damit tun, an die Presse zu schreiben, oder in einer Redaktion anzurufen. Dabei haben sie vielleicht eine Geschichte zu erzählen, die für die Allgemeinheit von Interesse ist. In der Kiezredaktion  sind NZ- Redakteure, meist aus der Lokalredaktion, anwesend. Sie hören sich im entspannten Gespräch die Geschichten dieser Menschen an und prüfen, ob sie etwas für die Zeitung wären. Was ja manchmal auch schon der Fall war.

NZ: Du bist selbst ein treuer NZ- Leser. Was hat dich dazu bewogen, die Kiezredaktion ins Leben zu rufen?

Drozak: Wir wollen damit eine Barrierefreiheit schaffen. Die Menschen können erzählen und die Zeitung hat die Möglichkeit, Meinung, Ideen oder Eindrücke von Bevölkerungsschichten zu bekommen, zu denen sie sonst vielleicht keinen so direkten Zugang hat.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter & ausgezeichnet, & Pressespiegel, + Journalismus, Nordkurve - Aktuell | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
Die NZ-Kiezredaktion

„Die Kiezredaktion“ ist ein Projekt des Kulturfördervereins Nordkurve in Kooperation mit der Nürnberger Zeitung, das Jugendlichen die Bedeutung der Kommunalzeitungen für die Demokratie näher bringen will. Das niedrigschwellige Programm der Kiezredaktion will Pressearbeit und die Grundsätze des Journalismus allen Interessierten trotz möglicher Sprachbarrieren oder anderer Hindernisse verständlich machen. Aktionen wie “Die umgedrehte Pressekonferenz – Der Gast fragt, die Redakteure antworten” bieten daher jungen Menschen die Möglichkeit, mit Journalist*innen über ihre eigenen Themen und die aktuelle Kommunalpolitik ins Gespräch zu kommen. Die Journalist*innen nehmen diese Themen wiederum mit in ihre Redaktionen. So erhalten auch die Anliegen derer Medienpräsenz, die gewöhnlich von der Kommunalpresse gar nicht erreicht werden.

Veröffentlicht unter & Pressespiegel, + Journalismus, Nordkurve - Aktuell, Video | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
Bewusster Konsum kann glücklich machen – NZ

Druckerschwärze EJNMehrere Jahre lang war die NZ Medienpartner eines Zeitungs- und Theaterprojektes, bei dem Jugendliche zu einem bestimmten Thema eine Zeitungsseite sowie eine Aufführung produziert haben. Nun geht die „Druckerschwärze“ in die nächste Runde. „Noris konsumiert“ lautet das Thema, an dem diese Woche 32 Schülerinnen und Schüler der

Geschwister-Scholl-Realschule Nürnberg in den Räumen des Kinder- und Jugendhauses Tetrix arbeiten.

Neu beim Projekt ist der Träger – die Evangelische Jugend Nürnberg. „Wir wollen Jugendlichen die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Und Medien sind für unsere Gesellschaft wichtig. In diesem Projekt lernen Schülerinnen und Schüler, mit Medien umzugehen. Und sie können die traditionellen Medien wiederentdecken.“

Drei Jahre lang fördert die Evangelische Jugend Nürnberg jährlich zwei Projekte dieser Art in Nürnberg. Dabei soll es nicht bleiben, sagt Jean-Francois Drozak, Theaterpädagoge und Initiator des Projektes, das auch vom Bayerischen Kultusministerium unterstützt wird: „Unser Ziel ist, die Druckerschwärze in ganz Bayern durchzuführen.“

Die NZ bleibt weiterhin Medienpartner des Projektes und ist damit nicht alleine: Die Evangelische Funkagentur ist ebenfalls als Medienpartner mit an Bord. Am Ende der Woche dürfen sich die Interessierten wieder auf eine Themenseite in der NZ freuen, die am Freitag erscheinen wird, und auf ein Radiomagazin („VitaminC“) am Sonntag, 6. Mai, von 9 bis 10 Uhr auf Charivari.

Außerdem werden die Realschüler ein Theaterstück aufführen, zu sehen an diesem Donnerstag um 19 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Tetrix (Muggenhofer Str. 118). Der Eintritt ist frei.

Veröffentlicht unter & Pressespiegel, + Druckerschwärze, + Journalismus, Die Agentur für Kulturdesign | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
Mit nur einer Tasche in ein neues Leben – NZ

Anne TieselerAnne Tieseler ist Ladengestalterin und Minimalistin. Die 32-jährige Nürnbergerin versucht, durch Verzicht auf Verpackungen die Umwelt zu schützen.

NZ: Frau Tieseler, was ist Minimalismus?

Anne Tieseler: Minimalismus ist die Kunst, mit weniger zu leben. Für einen, der viel unterwegs ist, bedeutet es, leichtes Gepäck mitzunehmen. Für einen anderen, einfach weniger zu besitzen. Im Allgemeinen bedeutet es, nur das zu verwenden oder zu kaufen, was man wirklich braucht.

NZ: Wann haben Sie damit angefangen?

Tieseler: Das war vor fünf Jahren. Als ich und mein Mann umgezogen sind, haben wir viel aussortiert und verkauft, von dem, was wir besessen haben, und jeder hat nur eine Tasche mitgenommen. In unserer neuen leeren Wohnung haben wir uns überlegt, was wir wirklich brauchen. Wir wollten unser Geld und unsere Zeit lieber für die nötigen Sachen ausgeben.

NZ: Was hat Sie dazu motiviert?

Tieseler: Es war nicht geplant. Der Lebenswandel kam mit dem Umzug. Wir wollten nicht alles mitnehmen. Wir haben sehr schnell gemerkt, dass es das Richtige für uns ist, weil wir gar nicht so viel brauchen und es für unser Leben so besser und leichter ist.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter & Pressespiegel, + Druckerschwärze, + Journalismus, Die Agentur für Kulturdesign | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
Das Handy im Mittelpunkt – NZ

LeykaufFrank Leykauf arbeitet im „Tetrix-Haus“ in Muggenhof, in dem Kinder und Jugendliche ihre Freizeit mit Freunden, Spielen und Sport verbringen können.

NZ: Herr Leykauf, inwiefern hat sich der Konsum der Jugendlichen im Gegensatz zu früher verändert?

Frank Leykauf: Das Konsumverhalten hat sich verlagert. Früher waren teure Sportgeräte und Spiele das Hauptthema, während jetzt für viele das Handy im Mittelpunkt steht.

NZ: Was denken Sie über den Medienkonsum?

Leykauf: Früher haben Jugendliche vor allem ferngesehen, das konnten sie aber nur zu Hause und unter Aufsicht der Eltern tun. Mit dem Smartphone kann heute jeder immer und überall Filme schauen und Spiele spielen.

NZ: Wie viel Wert legen Jugendliche auf ihr Aussehen und auf Markenkleidung?

Weiterlesen

Veröffentlicht unter & Pressespiegel, + Druckerschwärze, + Journalismus, Die Agentur für Kulturdesign | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
Ein Tag des Versichts – NZ

Diana LiberovaDiana Liberova sitzt für die SPD im Nürnberger Stadtrat und bietet Schulungen zur interkulturellen Bildung an Schulen an. Sie ist praktizierende Jüdin und feiert den Sabbat, an dem der Konsum sehr eingeschränkt wird. Bei meinem Beruf ist es manchmal schwierig, den Sabbat einzuhalten, weil ich Lehrer fortbilde und Schulleiter das gerne am Samstag anbieten.

Auch als Politikerin ist es nicht leicht, wenn am Freitagabend Treffen oder Besprechungen stattfinden. Der Sabbat ist schon seit 5000 Jahren ein hoher Feiertag im Judentum und findet jede Woche von Freitagabend bis Samstagabend statt. Man verzichtet in dieser Zeit darauf, arbeiten zu gehen, elektronische Geräte zu benutzen, sowie auf den Einkauf. Auch Geldgeschäfte sind in dieser Zeit verboten. Ich schaffe es nur zwei bis drei Mal im Jahr, den Sabbat zu halten. Aber ich finde die Erfahrung positiv und sehr schön, weil es einem Zeit schenkt und Ruhe in die Familie bringt. Auch um über sich selbst und die vergangene Woche nachzudenken. Manchmal hat man Stress bei den Vorbereitungen, aber der Sabbat selbst ist dafür da, nichts zu machen und zu entspannen.

Gerade der Umstand, dass ich dann nicht ans Telefon gehe, irritiert viele Menschen. Alles andere ist kein Problem, man kann ja vorbeikommen und miteinander essen. Ab und zu gibt es komische Situationen: Wir waren einmal zu Sabbat zum Mittagessen eingeladen. Die Familie hat ein Paket bekommen, aber an diesem Tag darf man auch keine Unterschriften geben. Wir waren in einem riesigen Dilemma, ob ich jetzt die Tür aufmachen soll und dem Postboten erklären, dass ich für das Paket nicht unterschreiben kann, denn das wäre ein Regelbruch.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter & Pressespiegel, + Druckerschwärze, + Journalismus, Die Agentur für Kulturdesign | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
In der Kläranlage ist zu sehen, was vom Konsum übrig bleibt – NZ

hagspielBurkard Hagspiel ist Technischer Werkleiter der Nürnberger „Stadtentwässerung und Umweltanalytik“, kurz SUN. Der 55-Jährige und sein Team reinigen das Abwasser und sorgen für gute Wasserqualität in der Stadt und ihren Flüssen.

Wir sammeln das Abwasser der gesamten Stadt und trennen es in seine Bestandteile auf. Das ist ein biologischer, mechanischer und chemischer Vorgang in verschiedenen Stufen. Unsere Hauptaufgabe ist es, dass das Wasser am Ende wieder sauber ist.

Wie lange dieser Prozess dauert, hängt davon ab, wie stark das Abwasser verdünnt oder verschmutzt ist. Wir wissen inzwischen, dass es problematisch ist, wenn Menschen Medikamente in der Toilette entsorgen. Gefährliche Stoffe wie etwa Hormone reichern sich mit der Zeit im natürlichen Wasserkreislauf an und belasten Tiere und die Umwelt. Wir wollen erst gar nicht, dass solche Stoffe in die Natur gelangen, denn dort bringen sie einiges durcheinander. Hormone entfalten schon in ganz kleinen Mengen eine große Wirkung und damit umzugehen ist sehr schwierig. Es gibt Millionen solcher Stoffe, die man nicht alle einzeln aufzählen kann. Von daher gibt es seit ungefähr zehn Jahren sehr viele Forschungsprojekte zu diesem Problem.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter & Pressespiegel, + Druckerschwärze, + Journalismus, Die Agentur für Kulturdesign | Kommentare deaktiviert

+ Journalismus
Druckerschwärze – Ein Kommentar von Ella Schindler NZ

Auch unangenehme Fragen stellen, um jede gute Formulierung kämpfen: Die journalistische Arbeit kann manchmal ein mühevolles Geschäft sein. Sie bereitet aber auch viel Freude. Weil Redakteure wichtige Informationen an die Menschen weitertragen und interessante Interviewpartner kennenlernen und weil das Ringen um passende Wörter eigentlich auch Spaß macht.

Diese Erfahrung machten zahlreiche junge Menschen im Projekt „Druckerschwärze“. Ich durfte sie dabei zusammen mit meinen Kolleginnen Pia Ratzesberger und Christina Merkel begleiten. Die Jugendlichen konnten einen Einblick in den Journalismus bekommen, gesellschaftliche Zusammenhänge besser erkennen und ihr Gefühl für Sprache testen und verbessern.

Praxis statt grauer Theorie.
Von der „Druckerschwärze“ haben aber nicht nur sie profitiert. Hinzu kommen mehrere Hundert Zuschauer bei den Theaterstücken, die ebenfalls im Rahmen des Projektes aufgeführt wurden. Und Tausende Leser, die die NZ-Themenseiten der Schüler in ihren Händen hielten.

Das Steinchen, das die Macher der „Druckerschwärze“ anfangs ins Wasser warfen, zog weite Kreise. Dass das Projekt dabei besonders Jugendliche aus Einwandererfamilien im Auge hatte, ist eine weitere wichtige Komponente. Denn noch immer sind Journalisten mit Migrationshintergrund eine Ausnahme, sie machen weniger als fünf Prozent in den deutschen Printmedien aus. Es liegt jedenfalls nicht daran, dass es zu wenig geeignete Talente gibt.

Die eine oder andere Redaktion traut ihnen den Journalismus immer noch nicht zu. Manchmal liegt es aber auch daran, dass junge Menschen zu wenig Selbstbewusstsein an den Tag legen. „Druckerschwärze“ hat beiden Seiten – Redaktionen wie Jugendlichen – die Möglichkeit geboten, Berührungsängste abzubauen.

Wie viele der jungen Projektteilnehmer später tatsächlich den Weg in den Journalismus suchen werden, lässt sich heute noch nicht sagen. „Druckerschwärze“ hat ihnen aber diesen möglichen Weg aufgezeigt. Wenn sie ihn wählen, dann sicher mit mehr Selbstbewusstsein als ich zu meiner Zeit: Von meiner Bewerbung bei der NZ – zwölf Jahre nach der Übersiedlung von der Ukraine nach Deutschland – erzählte ich keinem. Zu groß war die Angst, dass mich alle für größenwahnsinnig erklären. Ein Glück für mich, dass die NZ anderer Meinung war.

Ella Schindler

Veröffentlicht unter & Pressespiegel, + Druckerschwärze, + Journalismus, Die Agentur für Kulturdesign | Kommentare deaktiviert