Archiv der Kategorie: + Druckerschwärze

Die Berichterstattung von Menschen mit Migrationshintergrund, ohne die eigene ethnische Herkunft vor sich herzutragen.

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SZ-Seite von Schülern – SZ

WertewapperlVom Aufmacher-Artikel bis zum Zwischentitel – für das Projekt „Wertewapperl“ haben neun Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 7D der Dominik-Brunner-Realschule in Poing eine Zeitungsseite gestaltet und dabei (fast) alles selbst gemacht. Drei Tage hatten die jungen Journalisten Zeit,um mit Menschen aus Poing und Umgebung Gespräche zum Thema „Flucht“ zu führen, zu recherchieren und Texte zu schreiben.

Vor den Interviews fühlte sich so mancher wie vor einer Schulaufgabe, aber die Gespräche mit den Protagonisten waren dann auch das, was am meisten Spaß gemacht hat. Am anstrengendsten, sagen die Schüler, sei die Tipparbeit gewesen: Wortwörtlich mussten sie die Interviews abschreiben–kurz vor den Sommerferien und bei den derzeitigen tropischen Temperaturen kann man da schon mal ins Schwitzen kommen.

Das „Wertewapperl“ ist ein zweijähriges Projekt des Landesjugendwerks der Arbeiterwohlfahrt Bayern und der Gemeinde Poing, das sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, „Stammtischparolen mit Niveau“ zu sammeln; teilgenommen haben neben der Realschule Poing auch die Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule, die Seerosenschule und die Grafen-von-Sempt-Mittelschule in Markt Schwaben.

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Integration ist keine Einbahnstraße – SZ


omidPoing
– Mit absurden Situationen kennt Omid Atai sich gut aus. Als er 19 Jahre alt war, wurde er als Fahrer eines Rettungswagens mit einem Patienten von der Polizei angehalten. Die Beamten verlangten Fahrzeugpapiere und Führerschein. Omid Atai hat eine etwas dunklere Hautfarbe als andere Einheimische, vielleicht ein Grund für die Kontrolle. Drogen? Alkohol? Er habe weder getrunken noch nehme er Drogen, das versuchte Atai den Beamten mitzuteilen. Doch diese bestanden trotz Patient im Wagen hinten, auf einen Drogentest. Erst als Atais Kollege herausgestürmt kam und fragte, was so lange dauere, gaben die Polizisten Atai die Papiere zurück und stiegen wieder in ihr Auto.

Heute kann Omid Atai über die Geschichte lachen. Er wurde in Deutschland geboren und ist hier aufgewachsen. „Meine einzige Fluchterfahrung ist eine Uniflucht nach Augsburg“, sagt er im Scherz. Sein Vater hingegen ist vor 30 Jahren wegen der Vorherrschaft der Russen in Afghanistan in den Iran geflohen und von dort aus nach Syrien.

Eigentlich wollte er nach Frankfurt fliegen, weil dort ein Bekannter von ihm wohnte, doch der Flugwar ausgebucht. Jemand am Flughafen riet ihm: „Fliegen Sie nach München, das liegt auch in Deutschland.“ Und dort ist er dann schließlich auch geblieben; ein Teil der Familie kam wenig später nach.

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In der Welt daheim – SZ


VeranenPoing
– Eines ihrer schönsten Erlebnisse auf Reisen hatte Carolina Veranen-Phillips in Ägypten: Dort traf sie auf der Straße einen Mann in weißem Gewand, der sie an den libanesisch-amerikanischen Poeten Khalil Gibran erinnerte. Der Mann im weißen Gewand lud sie in ein Café ein, mit ihm Tee zu trinken. Als sie bezahlen wollte, bestand er darauf, sie einzuladen. Die beiden konnten sich nicht viel unterhalten, da er kaum Englisch sprach; trotzdem verstanden sie sich auf einer anderen Ebene. Für Veranen-Phillips ist dieses Erlebnis der Inbegriff des friedlichen Zusammentreffens verschiedener Kulturen.

Carolina Veranen-Phillips ist Autorin und Mutter. Sie kommt aus einer Multikulti-Familie: Ihr Vater wohnte in Portugal, der Rest ihrer Familie in Finnland. Da sie selbst in Frankreich lebte, musste sie also sehr viel reisen, wenn sie ihre Familie besuchen wollte. Als sie mit Mitte 20 von der Gesellschaft das Gefühl vermittelt bekam, ein solides Leben führen zu müssen, verweigerte sie sich, erfüllte ihren Lebenstraum und reiste um die Welt. Veranen-Phillips besuchte insgesamt 50 Länder, in fünf von ihnen lebte sie. Im Moment wohnt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Poing im Landkreis Ebersberg.

Über ihren Beruf sagt sie: „Ich bin Mama und Autorin.“ In einem ihrer beiden Bücher berichtet sie über ihre Weltreise und die Abenteuer, die sie dort erlebte. Veranen-Phillips ist eine zierliche Frau mit braun-blonden Haaren. Sie lächelt gern und spricht mit französischem Akzent; wenn sie erzählt, wirkt sie sehr offen.

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Ausgrenzung auf dem Pausenhof – SZ

celilSZ: Hast du Vorurteile?

Celil Ellialti: Eigentlich bin ich völlig neutral. Aberwenn ich jemandenmit Vollglatze, Tattoos und Piercings sehe, denke ich schon manchmal schnell, dass da jemand eine politische Haltung zeigen will.

Glaubst du, dass viele Menschen in Deutschland Vorurteile gegenüber Flüchtlingen haben?
Natürlich gibt es auch Leute, die rechts sind und Vorurteile haben, obwohl sie die Menschen gar nicht kennen. Aber ich denke, dass es den meisten Flüchtlingen gut geht, vor allem, wenn ich sehe, dass sie eine Arbeit in Deutschland gefunden haben.


Hast du persönlich Kontakt zu Flüchtlingen?

Als ich in der achten Klasse war, kam ein Junge aus Afrika zu uns. Er schien sich eigentlich recht wohl zu fühlen, bis relativ schnell das Mobbing anfing: Ein Junge und ein Mädchen beleidigten und beschimpften ihn, sagten Sachen wie zum Beispiel „Geh zurück in dein Land“. So grenzten sie ihn aus, und er war viel alleine. Einmal war er sogar den Tränen nah.


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Vermitteln statt Kritteln – SZ

DeborahSZ: Kommt es auch zu witzigen Momenten in Ihrer Arbeit als Sonderpädagogin?

Deborah Müller: Manchmal übe ich mit den Kindern Wörter wie Kaulquappe zu sprechen, das kann schon lustig werden.

Warum haben Sie dieses Fach studiert?

Eigentlich wollte ich nie Lehrerin werden. Aber mit der Zeit wirdmanälter und reifer, und irgendwann bin ich dann auf Sonderpädagogik gestoßen. Das Tolle daran ist: Man muss den Stoff nicht einfach nur durchpauken. Man kann so besser Bezug zu den Kindern aufbauen und versuchen, ihnen kleinschrittig zu helfen.

Sind Ihre Schüler auch an anderen Kulturen interessiert?

Auf jeden Fall: Im Unterricht gehen wir auch immer auf die verschiedenen Kulturen ein. Wir schauen, wer aus welchem Land kommt, und sagen dann „Guten Morgen“ in den verschiedenen Sprachen. Zum Beispiel auf Rumänisch, Arabisch, Italienisch, Kroatisch oder auf Hindi, so lernen wir gegenseitig voneinander. Oder als wir mal die Feste und Feiertage in Deutschland durchgenommen haben, waren die Kinder natürlich auch an dem, was hier passiert, sehr interessiert. Manchmal haben wir auch die Gelegenheit zu fragen: „Wie läuft es denn bei dir Zuhause ab?“

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Fiktive Talkshow mit echten Gästen – AW

Druckerschwärze 1
Aurich. Die Bedeutung von Tageszeitungen und Medien für die demokratische Kultur zu betonen, war eines der Ziele – und so entstand unter anderem eine fiktive Talkshow mit echten Gästen: 15 Schüler des zwölften Jahrgangs der Integrierten Gesamtschule Aurich-West (IGS) nahmen an der Projektwoche „Druckerschwärze“ teil. Das Projekt wird von Bundesamt für Migration und Flüchtlings finanziert.

Die Schüler hatten vier Tage lang in zwei Gruppen recherchiert, geplant, geschrieben und geprobt. Herausgekommen sind dabei neben der szenischen Talkshow drei Zeitungsartikel und eine Radiosendung. Die Sendung kann demnächst bei Radio Ostfriesland gehört werden.

Die Talkshow wurde nun mit einem ersten öffentlichen Auftritt im Forum der IGS vorgestellt.

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Bewusster Konsum kann glücklich machen – NZ

Druckerschwärze EJNMehrere Jahre lang war die NZ Medienpartner eines Zeitungs- und Theaterprojektes, bei dem Jugendliche zu einem bestimmten Thema eine Zeitungsseite sowie eine Aufführung produziert haben. Nun geht die „Druckerschwärze“ in die nächste Runde. „Noris konsumiert“ lautet das Thema, an dem diese Woche 32 Schülerinnen und Schüler der

Geschwister-Scholl-Realschule Nürnberg in den Räumen des Kinder- und Jugendhauses Tetrix arbeiten.

Neu beim Projekt ist der Träger – die Evangelische Jugend Nürnberg. „Wir wollen Jugendlichen die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Und Medien sind für unsere Gesellschaft wichtig. In diesem Projekt lernen Schülerinnen und Schüler, mit Medien umzugehen. Und sie können die traditionellen Medien wiederentdecken.“

Drei Jahre lang fördert die Evangelische Jugend Nürnberg jährlich zwei Projekte dieser Art in Nürnberg. Dabei soll es nicht bleiben, sagt Jean-Francois Drozak, Theaterpädagoge und Initiator des Projektes, das auch vom Bayerischen Kultusministerium unterstützt wird: „Unser Ziel ist, die Druckerschwärze in ganz Bayern durchzuführen.“

Die NZ bleibt weiterhin Medienpartner des Projektes und ist damit nicht alleine: Die Evangelische Funkagentur ist ebenfalls als Medienpartner mit an Bord. Am Ende der Woche dürfen sich die Interessierten wieder auf eine Themenseite in der NZ freuen, die am Freitag erscheinen wird, und auf ein Radiomagazin („VitaminC“) am Sonntag, 6. Mai, von 9 bis 10 Uhr auf Charivari.

Außerdem werden die Realschüler ein Theaterstück aufführen, zu sehen an diesem Donnerstag um 19 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Tetrix (Muggenhofer Str. 118). Der Eintritt ist frei.

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Mit nur einer Tasche in ein neues Leben – NZ

Anne TieselerAnne Tieseler ist Ladengestalterin und Minimalistin. Die 32-jährige Nürnbergerin versucht, durch Verzicht auf Verpackungen die Umwelt zu schützen.

NZ: Frau Tieseler, was ist Minimalismus?

Anne Tieseler: Minimalismus ist die Kunst, mit weniger zu leben. Für einen, der viel unterwegs ist, bedeutet es, leichtes Gepäck mitzunehmen. Für einen anderen, einfach weniger zu besitzen. Im Allgemeinen bedeutet es, nur das zu verwenden oder zu kaufen, was man wirklich braucht.

NZ: Wann haben Sie damit angefangen?

Tieseler: Das war vor fünf Jahren. Als ich und mein Mann umgezogen sind, haben wir viel aussortiert und verkauft, von dem, was wir besessen haben, und jeder hat nur eine Tasche mitgenommen. In unserer neuen leeren Wohnung haben wir uns überlegt, was wir wirklich brauchen. Wir wollten unser Geld und unsere Zeit lieber für die nötigen Sachen ausgeben.

NZ: Was hat Sie dazu motiviert?

Tieseler: Es war nicht geplant. Der Lebenswandel kam mit dem Umzug. Wir wollten nicht alles mitnehmen. Wir haben sehr schnell gemerkt, dass es das Richtige für uns ist, weil wir gar nicht so viel brauchen und es für unser Leben so besser und leichter ist.

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Das Handy im Mittelpunkt – NZ

LeykaufFrank Leykauf arbeitet im „Tetrix-Haus“ in Muggenhof, in dem Kinder und Jugendliche ihre Freizeit mit Freunden, Spielen und Sport verbringen können.

NZ: Herr Leykauf, inwiefern hat sich der Konsum der Jugendlichen im Gegensatz zu früher verändert?

Frank Leykauf: Das Konsumverhalten hat sich verlagert. Früher waren teure Sportgeräte und Spiele das Hauptthema, während jetzt für viele das Handy im Mittelpunkt steht.

NZ: Was denken Sie über den Medienkonsum?

Leykauf: Früher haben Jugendliche vor allem ferngesehen, das konnten sie aber nur zu Hause und unter Aufsicht der Eltern tun. Mit dem Smartphone kann heute jeder immer und überall Filme schauen und Spiele spielen.

NZ: Wie viel Wert legen Jugendliche auf ihr Aussehen und auf Markenkleidung?

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Ein Tag des Versichts – NZ

Diana LiberovaDiana Liberova sitzt für die SPD im Nürnberger Stadtrat und bietet Schulungen zur interkulturellen Bildung an Schulen an. Sie ist praktizierende Jüdin und feiert den Sabbat, an dem der Konsum sehr eingeschränkt wird. Bei meinem Beruf ist es manchmal schwierig, den Sabbat einzuhalten, weil ich Lehrer fortbilde und Schulleiter das gerne am Samstag anbieten.

Auch als Politikerin ist es nicht leicht, wenn am Freitagabend Treffen oder Besprechungen stattfinden. Der Sabbat ist schon seit 5000 Jahren ein hoher Feiertag im Judentum und findet jede Woche von Freitagabend bis Samstagabend statt. Man verzichtet in dieser Zeit darauf, arbeiten zu gehen, elektronische Geräte zu benutzen, sowie auf den Einkauf. Auch Geldgeschäfte sind in dieser Zeit verboten. Ich schaffe es nur zwei bis drei Mal im Jahr, den Sabbat zu halten. Aber ich finde die Erfahrung positiv und sehr schön, weil es einem Zeit schenkt und Ruhe in die Familie bringt. Auch um über sich selbst und die vergangene Woche nachzudenken. Manchmal hat man Stress bei den Vorbereitungen, aber der Sabbat selbst ist dafür da, nichts zu machen und zu entspannen.

Gerade der Umstand, dass ich dann nicht ans Telefon gehe, irritiert viele Menschen. Alles andere ist kein Problem, man kann ja vorbeikommen und miteinander essen. Ab und zu gibt es komische Situationen: Wir waren einmal zu Sabbat zum Mittagessen eingeladen. Die Familie hat ein Paket bekommen, aber an diesem Tag darf man auch keine Unterschriften geben. Wir waren in einem riesigen Dilemma, ob ich jetzt die Tür aufmachen soll und dem Postboten erklären, dass ich für das Paket nicht unterschreiben kann, denn das wäre ein Regelbruch.

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