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Anne Chebu

22. Mai 2017

anneMeinung statt Schokolade: An 24 Tagen im Advent sprechen Bürger im Kulturförderverein nordkurve über ihre Vision für Deutschland in zehn Jahren. Auch in der NZ kommen sie zu Wort. Anne Chebu  ist Fernsehmoderatorin und Buchautorin.

Oft werde ich gefragt, ob es in zehn, 20 oder 50 Jahren in Deutschland noch Rassismus gibt. Klar, den gibt es seit über 300 Jahren, warum sollte es ihn plötzlich nicht mehr geben? Mein realistischer Wunsch ist es, ein gesamtgesellschaftliches Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass eben immer noch Diskriminierungen existieren. Davor darf man nicht die Augen verschließen.

Rassismus und andere -ismen zu erkennen, zu benennen, zu akzeptieren und dann zu versuchen, sie sich abzutrainieren, das klingt nach einem guten Plan. Klar: es wird sich viel tun in den nächsten Jahren – vor allem in den Großstädten. Jedes zweite bis dritte Kind hat eine Migrationsgeschichte. Die „Norm“ wird sich also ändern und dadurch wird man automatisch weniger Exot, wenn fast alle so aussehen, wie man selbst.

Vielleicht wird dann endlich akzeptiert, dass ein „ausländisches“ Aussehen schon lang zum „inländischen“ und damit zum „typisch Deutschen“ gehört. In zehn Jahren gibt es hoffentlich weniger Klischeebilder, sondern mehr Vielfalt und zwar in allen Bereichen – im Straßenbild, im Kinderbuch, in den Redaktionen, in unserer Sprache. Eine Vielfalt, die unsere Gesellschaft bereichert und als Mehrwert, als großer Bonus angenommen wird.

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